Mai 2018
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Der 1. Mai in Dessau war vom Wetter her ideal. Ein wolkenloser Himmel, kaum Wind, alles hervorragende Bedingungen für die geplante Aktivierung des Luisiums in Dessau.

Luisium

Wer die Örtlichkeiten kennt, weiss, dass das Luisium nicht einfach zu aktivieren ist. Eine Anfahrt des Equipments mit Auto ist unmöglich, starke Restriktionen der Stiftung Wörlitzer Gartenreich verbieten jegliche Befahrung, sogar Fahrradfahrer müssen absteigen.

So war meine Aktivierung ein gewagtes Unterfangen, ein vorheriges Gespräch mit der "Schlossherrin" zeigte jedoch eine tolerante Einstellung zum Aufbau von Antennen und der geplanten Aktivierung auf einer Wiese in unmittelbarer Nähe zum Schloss.

Nur der Anfahrtsweg war zu lösen. Ich habe dann eine Sackkarre schnell zum Amateurfunktransportmittel umgerüstet und mit allerlei Equipment beladen.

Zur Aktivierung verwendete ich meinen FT857D, 100W sollten schon möglich sein. Der 55Ah Autoakku wurde vorher nochmal ordentlich geladen.  Als Antennen verwendete ich DM4JH legt losfür Kurzwelle mein paralleldrahtgespeisten Dipol (40-10m), der sich schon bei meinen SOTA-Aktivierungen an der 10m Angelrute bewährt hat. Über 4:1 Balun und Mantelwellensperre symmetriert lässt sich der Dipol wirkungsvoll auf allen Bändern 40-10 Meter anpassen. Für 2 Meter SSB verwendete ich meine Eigenbau 7-Element-Yagi in 28 Ohm Technik und für 70cm FM eine kleine 5-Element Yagi, mit der sich Relais aktivieren liessen. Das ganze wurde auf ein Dreibeinstativ mit verlängerten Kunsstoffrohr betrieben und per Hand gedreht. Wie sich später herausstellte, hätte ich auf den UHF/VHF Teil komplett verzichten können.


Etwa 11 Uhr begann ich die Aktivierung zunächst mit einigen QSO auf 70cm und 2m. Schnell wechselte ich dann die Frequenz auf 7Mhz und was sich dort abspielte, war schlichtweg unbeschreiblich. Ein nicht abreißendes Pileup von deutschen Stationen mit Signalen über S9 hielten mich bis Mittag im Bann. Ich hatte mir vorgenommen, kein 59 Konteststil abzuhalten und freute mich über viele nette Gespräche auch von anderen Burgen und Schlössern in ganz Deutschland.

Für eine Mittagsunterbrechung musste ich "QRX" anmelden, eine andere Station übernahm freundlicherweise die Frequenz. Die Sonne wurde immer drückender, so dass ich nachmittags mein mitgebrachtes Sonnensegel aufspannen musste. Die Anrufe der Stationen nahmen kein Ende. Viele waren auch interessiert, etwas über die Geschichte des Luisiums und die technische Ausrüstung meiner Anlage zu erfahren.

Bis 18 Uhr hatte ich kaum Zeit für eine Tasse Kaffee und über 100 Stationen befanden sich im Logbuch. Das war für mich als Singleoperator ganz schön anstrengend, hat aber unendlich viel Spaß gemacht. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei. Alle geloggten Stationen bekommen eine Sonder-QSL von der landschaftlich schönen Location im Schlosspark.


73 de Jens DM4JH